| Nach einigen sehr unterschiedlichen Touren mit unseren beiden Kindern (6 und 4 Jahre alt(2010)) wollen wir auf dieser Seite etwas zu Thema Fahrrad- und Wandertouren mit Kindern schreiben. Als Information und Ermunterung für alle Eltern die auch gerne mit ihren Kindern unterwegs sind. Es sind ausschließlich eigene (subjektive) Erfahrungen, die auch die Erwähnung diverser Marken/Modelle beinhalten. Wir verfolgen damit keinerlei gewinnbringende Interessen. |
Erfahrungen zu Reisen mit (Klein)Kindern haben wir bisher auf ganz unterschiedlichen Touren gesammelt:
Radreisen mit den Kindern
| (noch) mit einem
Kind in Südschweden (August 2005) | ![]() Estland (Juli/August 2007) | ![]() im Oman (November/Dezember 2007) |
![]() |
Natürlich haben wir auch zahlreiche kleine Touren mit den Kindern in der näheren Umgebung unternommen. Mehrtägige Radtouren an der Saale, Werra und Unstrut und öfters Wanderungen um Jena.
2. Kindertransport (Wie kann ich mein Kind(er) mit auf Reisen nehmen?) nach oben ↑
Tragen
Angefangen haben
wir mit einem Tragetuch- was
besseres für ein Baby gibt es wohl nicht, denken wir. Es dauert eine
Weile, bis
man die Wickelroutine raus hat, aber es gibt nichts schöneres, als das
Baby so
nah zu spüren und soviel Geborgenheit geben zu können. Auf einen
Kinderwagen
hatten wir dennoch nicht verzichtet. Mittlerweile sieht man immer öfter
Babys
in anderen Tragen am Bauch der Eltern- aber mit Blick nach vorn- das
tut mir
immer wieder weh. Die Babys werden meiner Meinung nach überfordert von
den
ganzen Einflüssen- und noch viel schlimmer- ihrer Gesundheit geschadet-
Hüfte,
Wirbelsäule… ganz abgesehen davon, dass sie dann nur auf den Hoden,
bzw.
Schambein sitzen. Das haben auch befreundete Ärzte/Physiotherapeuten
bestätigt.
Während der Wanderung in
Schweden ist Malte (damals fast 3 Jahre) immer abwechselnd ein Stück
gelaufen und getragen
wurden. So sind wir gut voran gekommen, ohne ihn die ganze
Zeit tragen zu müssen.
Fahrradanhänger
Ab ca. 3 Monaten
haben wir auch kleinere Radtouren gemacht. Dafür haben wir den Anhänger
CaptainXL von Chariot, Modell 2004, unverwüstlich. Anfangs ging es sehr
gut mit
einer normalen Autoschale, irgendwann waren dann die Beine zu lang und
wir
kamen zu einer Weber Babyschale. Beim zweiten Kind waren wir der
Überzeugung,
eine Chariot-Hängematte kaufen zu müssen. Wie es der Name sagt- das
Baby hing
richtig in der Matte, hat mich nicht überzeugt. Also doch lieber die
Weberschale, mit einer dünnen Decke drunter und einer Verkleinerung für
den
Kopf.
Eine Alternative
zum Kinderwagen ist es unserer Meinung nicht, da das Baby zu lange in
der
Gleichen Position ist und- noch viel wichtiger- keinen Blickkontakt zur
Bezugsperson hat. Nach der Weberschale
fand ich die Chariot-Sitzstütze ganz gut, hat mich ganz schön geärgert,
dass
wir die nicht schon für den Ersten hatten. Aber die perfekte
Lösung für schlafende Kinder im Anhänger haben wir nie gefunden- immer
wieder
angehalten und versucht, die Kinder, v.a. die Köpfe in eine angenehme,
bzw. anschauliche
Lage zu bringen.
Zum Anhänger an
sich: Dieser Anhänger hat uns bis jetzt weit über 5000km begleitet und
gedient-
auf Touren im In- und Ausland (Schweden, Estland, Oman), wie auch im
Alltag-
etliche Fahrten in Kindergarten etc. und für viele, viele Großeinkäufe.
Wir
haben ihn regelmäßig in irgendwelche Züge gehievt, vier Mal in
Flugzeuge,
täglich die Treppen in den Keller hinuntersacken lassen, auf
unterschiedlichsten Untergründen und mit unterschiedlichsten Ladungen
durch
abwechslungsreiche Witterungsbedingungen gezogen- er hat all dem stand
und
dicht gehalten. Lediglich die Schläuche haben wir ein
Mal ausgetauscht und mal die Schraube der Bremse nachgezogen.
Auf Touren haben wir nachts so einen wasserfesten Motorradschutz
übergeworfen. Es
ist bis heute absolut nichts an diesem Hänger auszusetzen, jeden Cent
wert,
absolut genial. Die Kinder lieben ihn. Eine Tour bereue ich immer
wieder-
einmal im totalen Stress mit (noch) leerem Anhänger so durch die
Straßen
gedüst, dass es ihn an einem recht hohen Bordstein ausgehebelt und auf
die
Seite geworfen hat, noch ein paar Zentimeter weiter geschliffen, seit
dem ist
ein kleines Loch im Überwurf- das haben wir allerdings mit
Textilklebeband
wieder ganz gut hinbekommen.
Fahrradsitze
In der
Schwangerschaft kann man noch so überzeugt sein von diesem Sitz- er ist
einfach
irgendwann im Weg- und wird dann doch (zwischenzeitlich) durch den Sitz hinten ersetzt. In unserem Fall
auch ein Römer. Es ist ein guter Sitz, aber man bekommt nicht mit, was
das Kind
macht. Wenn es irgendwas Aufregendes sieht und sich ruckartig umdreht,
wackelt
das ganze Fahrrad, ebenso bergauf- unser täglicher Ritt in den
Kindergarten.
Davon abgesehen schreckt es mich immer wieder ab, wenn Kinder von den
Rücksäcken oder Taschen der Fahrradfahrenden bedrängt werden. Unsere
Lösung
dafür ist ein Lowrider, mit Taschen- ist nur unpraktisch, wenn man noch
schnell
einen Einkauf vor dem Kindergarten macht und nur eine Tasche dabei hat,
gerät
alles leicht ins Schwanken.
Dafür ist der Hinten- Sitz wiederum von Vorteil, wenn man mal eine längere Tour machen will- da kann das Kind auch einschlafen- dies ist vorn kaum möglich, weil der Körper keinen Halt hat, einfach zusammensackt. Mit dem Sitz vorn ist die Belastung für die Erwachsenen auch anders, man fährt etwas breitbeinig- ist auf längeren Wegen auch anstrengend.
Umweltfreundlicher
Fünfsitzer
Und wenn man dann
alles beisammen hat- Sitz vorn, Sitz hinten, Anhänger mit Kofferraum-
isses n
umweltfreundlicher Fünfsitzer auf vier Rädern mit Kalorien
verbrauchendem
Antrieb- funktioniert hervorragend, dadurch haben wir sehr oft Freunde
mitnehmen können, bzw. mal noch schnell aus dem Kindergarten am anderen
Ende
der Stadt abholen und direkt zu einer schönen Stelle fahren können.
ABER: die Kinder
wachsen und werden schwerer… uff…
Dafür gibt es dann
Laufräder und Kinderfahrräder…
Laufrad/Fahrrad
Die Suche nach dem
richtigen Kinderfahrrad war schwer, genauso
wie die
Kinderfahrräder! Uns waren eine Gangschaltung, Rücktritt und das
Gewicht
wichtig. Für Letzteres bin ich vor kurzem auf Islabikes gestoßen, die
wiederum keinen
Rücktritt haben, aber einen super Eindruck machen- eine Werkstatt, die
ausschließlich Kinderfahrräder baut- für einen fairen Preis. Wir hatten
da
schon das Puky zmx 18-3. Ein gutes Fahrrad. Als es mal umfiel war
gleich die
Klingel ab, aber sonst gibt es bis jetzt keine Mängel. Allerdings war
die
Übersetzung so schwer, dass unser Sohn, wie auch andere Kinder, die
Gänge kaum
nutzen konnten- bis wir das Ritzel hinten durch ein größeres ersetzt
haben (was
etwas feilen an dem Kettenschutz mit sich zog).
Ich bin überzeugt, dass es schwerer ist als angegeben, unsere Waage ist leider nicht ganz überzeugend. Unser Sohn liebt das Rad und die Kumpels, die es mal probiert haben, waren auch begeistert. Wir sind froh, dass wir das 18 zoll genommen haben (er war 5 Jahre, bzw. 114cm groß, hat auch schon auf das größere gepasst).
Vor ein paar Monaten kamen wir auf die Seite www.kaniabikes.de und waren so begeistert von dem Kinderfahrrad/ Konzept, dass wir Finn das 20" gönnten, der Bruder wird es ja auch noch nutzen, wie hoffentlich noch viele andere Kinder. Finn war gerade 7 geworden, 126 cm groß, da werden andere Kinder schon auf 24" gesetzt. Das Kind ist begeistert, die Eltern auch. Damit fährt er täglich in die Schule und wo es sonst noch so hingeht, am Wochenende schon einige Touren. Es gibt absolut nichts, was wir daran bemängeln, außer, dass er manchmal zu schnell ist ;-) Finn kommt so ziemlich jeden Berg hoch, egal, ob befestigt oder unbefestigter Weg und mit Kumpels unterwegs ist er immer voraus. Die Komponenten sind von vorn bis hinten durchdacht und bestens zusammen gestellt. Es ist ne ganze Ecke leichter als das Puky 18", ebenso teurer, aber jeden cent Wert... Können wir also nur wärmstens empfehlen!!
Tandemstange/
Follow-me
Wir richten uns
lieber nach den Kindern, fahren Touren, die sie schaffen- und da
unterschätzt
man die Zwerge regelmäßig. Wenn es doch mal länger wird, dann fahren
wir neben
ihnen her und schieben sie hin und wieder. Gute und schöne Pausen
müssen
natürlich auch sein. Das Laufrad haben wir oft dabei, dazu aber noch
einen
Sitz, das Laufrad passt ganz gut in einen Backpacker von Ortlieb, mit
Spanngurt.
Kleidung nach oben ↑
Unsere Kinder
tragen vorwiegend Wolle und Wolle/Seide- Wäsche auf der Haut. Vor fünf
Jahren
hatten wir die Sachen der Firma Engel Naturwaren kennen und lieben
gelernt- und
tragen sie immer öfter auch selbst. Sie erscheinen am Anfang doch etwas
teuer
(um die 20-25 Eur, je nach Größe), aber sie sind es Wert, außerdem
denke ich,
dass es sich wieder rechnet, wenn man die Kosten berücksichtigt, die
man
einspart- die Sachen werden viel seltener gewaschen, auslüften reicht
und
schmuddelig werden sie erst sehr spät. Die Funktion ist immer wieder
beeindruckend- Dadurch, dass sie eng an der Haut anliegen kann man sie
durchaus
größer kaufen und die Ärmel umklappen. Ganz außerdem werden die Sachen
in
Deutschland (Reutlingen) hergestellt- wofür es dann recht günstig ist.
Die Erfahrung hat
gezeigt, dass reine Wollsachen ganz schön einlaufen können und etwas an
Form
verlieren können, weshalb wir mittlerweile eher Wolle/Seide- Sachen
kaufen. Im
Winter hatte jedes Kind 2 Wollunterhosen im Wechsel an. Die Kinder
haben sie
superschnell angezogen, kein Gezerre mit Strumpfhosen, die muffeln
nicht,
sondern können über mehrere Tage getragen werden. Dazu Wollsocken
(woolpower
oder Eigenproduktion) und die Kinder sind immer wohltemperiert, auch
wenn die
Sachen nass sind.
Die letzten 2
Winter hatte der Kleinste einen vor 5 Jahren gekauften Daunenanzug von
Yeti/Exner an – und war nur schwer davon zu trennen. Ein absolut
geniales Teil,
einfach nur über die dünnen Wollsachen, bei Nässe/Schnee eine
Matschhose drüber
und der Zwerg war immer glücklich, hat den Anzug auch in Ehren
gehalten. Der
Anzug war auf allen Reisen als Ersatzschlafsack (wiegt ja fast nix)
dabei. Falls
jemand so was mind. Gr. 116 loswerden möchte- bitte melden.
Sonst haben wir
kaum besondere Sachen, haben das Glück, dass Oma alles von Papa,
teilweise gar
Opa, aufgehoben hat- und das sind richtig gute Sachen, man mag es kaum
glauben!
Kinderschlafsäcke nach oben ↑
Hier hatten wir
wieder das Glück gehabt, noch Reste der älteren Yeti/Exner-Produktion zu
ergattern, (Klein-)Kinder-Daunen-Schlafsäcke mit Ärmeln und Kapuze.
Superleicht, tolle Wärme, mini- Packmaß, einfach genial. Nur wenn die
Kinder
dann doch mal einpullern ist es richtig doof. Wir konnten es unseren
Kinder
aber ganz gut beibringen in der Übergangsphase doch noch eine Windel in
diesem
Schlafsack zu akzeptieren- hatten meist Glück- und noch den oben
genannten
Anzug. Erstaunlicherweise waren die Schlafsäcke aber auch sehr schnell
trocken,
wenn doch mal was passierte- und der Geruch hielt sich in Grenzen.
Auf Grund dieser und der eigenen so guten Erfahrungen mit den (Yeti-) Daunenprodukten, haben die damit glücklichen Kinder jetzt die Yeti Junior Comfort Daunenschlafsäcke.
Zum Schluss noch kurz was über uns nach oben ↑
Wir selbst
sind
gern unterwegs- wenn nicht in hiesigen Gefilden, dann vorwiegend im
Norden und
(arabischen) Süden- und das von wenigen finanziellen Mitteln.
Während sich der
Papa mit Klimaveränderungen beschäftigt, studiert Mama
Islamwissenschaften- das
Ganze in Jena. Viele denken bei Jena gleich an die hässlichen
Hochbauten an der
A4, dabei ist der Stadtkern ein paar km entfernt, überschaubar, recht
nett und
umringt von einer wunderschönen Berg- (oder auch Hügel-) landschaft.
Die
Bewohner sind vorwiegend Studierende und Universitäts- bzw.
Fachhochschulangestellte, neben Jenoptik, Zeiss u.v.a.m. - und manchmal könnte man
hier meinen, eine
Schwangerschaft sei ansteckend- überall Schwangere und Kinder. Die, die
einmal
angefangen haben, belassen es äußerst selten bei „nur“ einem Kind.
Wir haben kein
Auto und versuchen unsere Umweltbilanz niedrig zu halten- bei
Nahrungsmitteln,
Kleidung, Fortbewegung – und weitestgehend fair zu konsumieren (nein,
keine
Fair-Trade-Produkte aus fernen Ländern von Lidl, sondern lieber
Regionales vom
fair bezahlenden Händler… ;-)).